Dieter Franke
Komplexität und Struktur des Gegenstandslosen – Erkundungen auf Leinwand und Glas
Dieter Frankes Werke sind immer neue, komplex strukturierte Erkundungen der Fläche und des Raums auf Leinwand und Glas. Seine Bildideen verändern sich während des Umsetzungsprozesses in intuitiver Reaktion auf das Unerwartete, das Eigenleben von Malgrund und Farbmaterial.
Gegenstand seiner Malerei ist das Gegenstandslose. Er sucht nicht das Abbild oder dessen Abstraktion, es gibt keinen verborgenen Code.
Dieter Franke lotet auf seinem Weg der Bildfindung vielmehr Wechselbeziehungen aus – seine Werke navigieren zwischen Planung und Zufall, zwischen überlegter Aktion und intuitiver Reaktion. Sie spielen mit den Wirkungen der Fläche und der Tektonik des Raums, mit Monochromie und Farbe, mit transparenter Leuchtkraft und mattem Dunkel, mit der Inversion von Positiv und Negativ, mit Tiefenstruktur und Glätte des Materials.
Seine Werke sind individuelle Reflexionen und Dokumentationen der Eigendynamik des Malprozesses. Zugleich eröffnen sie den Betrachtenden durch den Verzicht auf definierte Deutungen freie Denk- und Assoziationsräume von großer Prägnanz und Intensität.
Projekte
Upper East Side - Karlruhe
Eine Bilddokumentation über den neuen Stadtteil Südstadt-Ost.
Die Bildreihe über den kälteten Stadtteil in Karlsruhe mit seiner Hochglanz-Architektur und gleichförmigen Wohneinheiten steht am Anfang. Tote Plätze, leblose Straßen reihen sich aneinander. Von der Arbeit zur Wohneinheit zum Supermarkt und wieder zurück.
Ein ziemlich lebloses Schauspiel.
Angedacht ist wie bei den Schrebergärten eine Ausstellung, sowie ein Buch. Näheres zu einem späteren Zeitpunkt.
Zerbombt. Verseucht. Verlassen.
Eine Fotodokumentation über die verlassenen Schrebergärten an der Stuttgarter Straße in Karlsruhe.
Die Schrebergärten an den Bahngleisen gleichen heute einer verlassenen Westernstadt, in der es kein Gold mehr zu holen gibt. Wochenenderholung, Kleingartenidylle mit Blumen, Gemüsebeeten und Grillabenden sind einer gespenstischen Leere gewichen, die das Treiben der ehemaligen Nutzer nur noch vermuten läßt. Individuelle Gartenlauben, Anpflanzungen, Grillstationen und Eingänge lassen einen Einblick in die vielfältigen Persönlichkeiten der Nutzer zu. Dieter Franke sammelt die Stimmungen mit seiner Kamera ein, meist in Schwarz/Weiß mit ein paar Farbklecksen. Ein Stück Karlsruher Stadtgeschichte im Umbruch.
Die Dokumentation wird fortgesetzt und zeigt die Verwandlung der Fläche, bis zur Neugestaltung.
Zu der Dokumentation ist ein Buch erschienen, außerdem sind Fineart-prints auf Hahnemühle Papier erhältlich, gerahmt oder als Blatt
in einer Auflage 10 + 2. Infos unter defdef@web.de
Eine größere Bildauswahl unter www.momenta-galerie.de oder www.dieterfranke.net.
Ausstellung im Rathausgewölbe KA-Durlach
Gemeinschaftsausstellung Franke, Sauvageot, Hinder
Vom 22. bis 25. September 2017 zeigen die in Karlsruhe tätigen Künstler Dieter Franke und Helga Sauvageot gemeinsam mit ihrem Berliner Künstlerkollegen Horst Hinder aktuelle Werke im Rathausgewölbe Durlach. Zu sehen sind drei ganz unterschiedliche künstlerische Gattungen und Herangehensweisen: Die Bildhauerin Helga Sauvageot präsentiert kleinformatige Skulpturen, darunter vor allem neue Bronzearbeiten, die sich mit der Figur der Eule auseinandersetzen. Der Maler Dieter Franke stellt teils großformatige und kontrastreiche, mit Farbigkeit, Spachteltechnik und Trägermaterial experimentierende Arbeiten auf Leinwand und Acrylglas vor. Der Fotograf Horst Hinder zeigt Fotografische Collagen seiner Heimatstadt Berlin, in denen sich hunderte quadratischer Bilddetails zu neuen, abstrakten Stadtlandschaften und zugleich sehr persönlichen Dokumentationen zusammenfügen. – Die Gemeinschaftsausstellung ist täglich von 10-19 Uhr geöffnet. Vernissage am 21. September ab 18 Uhr (gegen 19 Uhr spielt die mit Saz, Bass, zwei Gitarren und Gesang besetzte „Phonoband“ englische, spanische und türkische Stücke mit Groove). Der Eintritt ist frei.